Mittwoch, 18. Januar 2012

Transferwahnsinn in England...

Ein Phänomen, das ich nie ganz verstehen werde, ist der Wille der englischen Premier League-Vereine, am letzten Tag des Transferfenster im Jänner noch massenhaft Deals abzuschließen. Als Beispiel sei hier nur der Jänner 2011 genannt, auf den ich weiter unten noch näher eingehen werde. Grundsätzlich stellt sich die Frage, wieso die Transfers nicht schon früher über die Bühne gehen, damit zumindest keine Probleme beim so genanten 'paper work' entstehen. Trifft das Fax auch nur eine Minute zu spät bei der FIFA ein, erhält der Klub bzw. der Spieler für seinen neuen Klub keine Freigabe und steht somit ganze sechs Monate. bzw. eventuell platzt der Wechsel überhaupt. Zwar ist es ihm in so einem (doch recht seltenen) Fall gestattet, mitzutrainieren, ein offizielles Bewerbsspiel darf er allerdings nicht absolvieren.
In diesem Transferfenster hat sich auf der Insel, wo traditionell ziemlich viel Geld im Winter verprasst wird, noch kaum etwas getan. Abgesehen von Bolton-Kapitän Gary Cahill, der für £7m an die Stamford Bridge gewechsel ist, hat sich Newcastle United gestern um rund £10m die Dienste von Freiburgs Klassestürmer Papis Demba Cisse gesichert. Cisse ist ein ähnlicher Stürmertyp wie Demba Ba, weshalb natürlich die Frage aufgeworfen wird, ob die Ausstiegsklausel, von der Tottenham-Manager Harry Redknapp vor wenigen Wochen gesprochen hat (£7m), tatsächlich existiert. Unabhängig davon, ob bei Newcastle-Besitzer Mike Ashley noch ein Angebot für Demba Ba nach seiner Rückkehr vom Afrika-Cup eintreffen wird, haben die Geordies schon jetzt ein super Geschäft gemacht: Ba kam aufgrund seiner Knieprobleme und einer Ausstiegsklausel im Abstiegsfall (und West Ham stieg tatsächlich in die Championship ab) ablösefrei nach Newcastle und hat mit seinen Toren dafür gesorgt, dass ein Europacup-Platz in Reichweite ist. Da wären selbst 'nur' sieben Millionen Pfund an Ablöse verkraftbar.

Zurück zum Thema: Im vergangenen Jänner, genauer gesagt am 31.01., spielte sich in England ein richtiger 'Transferwahnsinn' ab. Besonders der Torres/Carroll-Deal wird vielen Fans noch in Erinnerung sein: Am 31.01. reichte Fernando Torres ein schriftliches Transfergesuch ein - es gab bereits seit Tagen Gerüchte, dass der Chelsea FC an einer Verpflichtung interessiert sein soll. Liverpool handelte wie folgt: Als Ersatz wollte man Andy Carroll präsentieren; die Ablöse sollte so hoch sein, dass nach Zahlung der gesamten Summe (darauf bestand Newcastle!) 15 Millionen Pfund als Gewinn übrig blieben. Und so kam es, dass zuerst 50 Millionen für einen Weltklassespieler wie Torres auf das Konto des Liverpool FC wanderten, aber nur 15 dort blieben... denn absurde 35 Millionen gingen auf das Vereinskonto eines Klubs im Nordosten Englands, wo man sich heute noch über den Deal schlapp lacht. 'Football, bloody hell!' ... sehr viel mehr fällt mir als amüsierter, außenstehender Fußballbeobachter nicht ein.
Weitere Transfer am 'deadline day', die nicht unwesentlich waren: David Luiz wechselte von Benfica zum Chelsea FC (£21m) und Luis Suarez kam für £23m von Ajax an die Anfield Road zum Liverpool FC. Insgesamt wurden im Jänner 2011 rund £215m investiert. Man kann sich kaum vorstellen, dass diese Summe heuer noch übertroffen wird. Heute, am 18. Jänner 2012, haben die Klubs kaum mehr als £25m investiert. Aber der 31. Jänner kommt so sicher wie das Amen nach dem Gebet... und ich kann nur empfehlen, sich mit dem Laptop gemütlich hinzusetzen, skysports.com, den Guardian-Ticker und Twitter aufzumachen und sich zurückzulehnen. Unterhaltung ist garantiert!

Dienstag, 10. Januar 2012

Ein paar zusammenhangslose Gedanken zur Transferzeit...

Eine derart unspektakuläre Transferzeit wie die bisherige hat man in den letzten Jahren in der Keißlergasse wohl nicht erlebt – zumindest nach außen hin. Man darf sich sicher sein, dass in den Räumlichkeiten des Vereins wohl ziemlich hart am Frühjahrskader gearbeitet wird, was Schöttel ja schon im Spätherbst, noch vor unserer ‚Erfolgsphase‘, angekündigt hat.
Während in Wien X ein Spieler aus La Masia, der berühmten Jugendakademie des FC Barcelona, zur Verstärkung des Mittelfelds kommen soll, wird unser Mittelfeldproblem anscheinend aber als unwesentlich ‚behandelt‘. Wenn ich mir unsere Kaderstruktur genauer ansehe, so ist klar, dass ein wohl bald folgender Abgang von Salihi den Kader nicht schwächen wird. Das Geld, dem Vernehmen nach bis zu einer halben Million Pfund, wenn es denn tatsächlich die Hoops werden und der Albaner in den Celtic Park übersiedelt, können wir aber sehr gut brauchen. Der Reihe nach…

Auf der Torhüterposition wird sich wohl bis zum Sommer nichts tun. Anscheinend plant der Verein mit Königshofer und Novota, während Payer nahegelegt wurde, sich einen neuen Klub zu suchen. Eine Verlängerung des am 30.06.2012 auslaufenden Vertrages halte ich für ziemlich ausgeschlossen (ohne Insiderinfos, reiner Hausverstand) und wäre nach der ohnehin bereits unverständlichen Verlängerung im Jahr 2010 ein Schlag ins Gesicht jedes Fans, der sich die Leistungen von Payer in den vergangenen Jahren nach dem letzten Meistertitel 2008 ansehen musste.

Auf den Außenverteidigerpositionen sind wir – man traut es sich kaum zu sagen – für nationale Verhältnisse sehr gut besetzt. Diese Problemzone hat der Verein mit den Verpflichtungen von Schimpelsberger und Schrammel, der seinen Leistungszenit nach seinem Kreuzbandriss aber erst erreichen muss, nach jahrelanger Untätigkeit bearbeitet. Katzer spielt eine solide Saison, was nach seinen diversen Verletzungen in dem Alter auch nicht zu erwarten war. In der Innenverteidigung bleibt Dibon von der Admira sicherlich ein Thema, Fakt ist aber, dass wir mit Pichler, Sonnleitner, Soma und Patocka vier Spieler haben, die diese Rolle zumindest nominell ausfüllen können. Zudem gibt es im Frühjahr keine Europacup- oder Cupspiele (mehr), weshalb ein fünfter Innenverteidiger einerseits zahlen-, und andererseits budgetmäßig zu viel des Gutes wäre. Dibon ist eine schwierige Personalie: Im Sommer wird der Admira-Kapitän ablösefrei sein und kann sich somit seinen Klub aussuchen – ein saftiges Handgeld wird dabei definitiv ebenfalls fließen. Unter einer Ablöse von 500.000 EUR wird der Verein aus der Südstadt Dibon aber auch im Winter sicher nicht ziehen lassen, da alleine die verpflichtend zu leistende Ausbildungsentschädigung einen Großteil dieser potentiellen Summe ausmachen würde. Im Gesamtkontext muss des weiteren angemerkt werden, dass die Verteidigung im Herbst ganz sicher nicht unsere Problemzone war; Pichler und Sonnleitner haben gegen Ende ein sehr ordentliches und stabiles Duo gebildet. Sowohl Soma als auch Patocka dürfte man gesagt haben, dass ihnen bei einem entsprechenden Transferwunsch keine Steine in den Weg gelegt werden. Patocka hat dies im Gespräch mit sport10.at sogar bestätigt. Ausgeschlossen kann ein Transfer eines Innenverteidigers damit nicht werden, darauf wetten würde ich allerdings ebenfalls nicht.

Im Mittelfeld könnte sich bei einem potentiellen Transfer von Christopher Drazan ins Ausland (der KURIER berichtet, dass Mönchengladbach und nach wie vor der FC Basel interessiert sein sollen; Sportmanager Ebner hat bereits dementiert) ein Loch auf der linken Seite auftun. Ich persönlich bin kein allzu großer Fan von sentimentalen Lösungen alá Ümit Korkmaz, was weniger an seinem Können, sondern vielmehr an seiner Verletzungsanfälligkeit liegt. Kann Drazan zumindest bis zum Sommer gehalten werden, würde ich mir noch einen zentralen Mittelfeldspieler wünschen. Zwar besitzt Schöttel für die vier Offensivpositionen im 4-2-3-1 System mit Drazan, Trimmel, Hofmann, Burgstaller, Alar, Nuhiu, Gartler und notfalls auch Boris Prokopic acht Akteure (Salihi ausgenommen), hinter den zentralen Akteuren Thomas Prager und Markus Heikkinen tummeln sich aber nur Back-Ups wie Kulovits, Prokopic und Notlösungen alá Hofmann (dessen beste Position mittlerweile eindeutig hinter einer Solospitze ist, wo er sein Passspiel und seine Übersicht einsetzen kann) – was vermutlich zu wenig ist, um bis zum Ende um den Titel mitzuspielen. Wäre Prager ein Akteur, der eine positive Verletzungshistorie aufzuweisen hätte, würde ich von der Forderung nach einem weiteren zentralen Spieler absehen. Seine Verfügbarkeit und auch jene anderer zentraler Akteure (zentral im positionstechnischen Sinne) wie Hofmann, Prokopic oder auch Heikkinen ist aber im Regelfall eingeschränkt.

In der Summe würde ich mir realistischerweise für den Winter Abgänge von Salihi, Patocka (Soma dürfte nicht wechseln wollen, womit sich dieser Transfer erledigt hat), Saurer und einen aus dem Duo Thonhofer/Kulovits wünschen. Nicht zu Unrecht hat bereits Pacult vergangene Saison festgestellt, dass der Kader viel zu groß ist und die Vertragssituation einiger Akteure es nicht ohne Aufwand von entsprechenden finanziellen Mitteln zulässt, diesen zu verkleinern. Es können natürlich Fragen gestellt werden, ob die Verlängerungen von Soma, Kulovits, Payer oder auch Katzer in den vergangenen beiden Jahren notwendig waren. Die Antwort wird in den meisten Fällen ‚nein‘ lauten, die Tatsache, dass es so gekommen ist, lässt sich nun jedoch nicht mehr verändern. Ich rechne es Schöttel etwa hoch an, dass er eingesehen hat, dass Soma als Stammspieler nicht mehr in Frage kommen darf, obwohl er selbst für die Verlängerung zuständig war.
Wie angekündigt wurden mit Start des neuen Jahres die bisherigen Amateure Dominik Wydra (17) und Lukas Grozurek (20) in den Kader der Kampfmannschaft beordert. Mein nachträglicher Wunsch an das Christkind wäre bei einem gleichzeitigen Abgang einer unserer Innenverteidiger die Verpflichtung von Admira-Kapitän Dibon. Noch wichtiger wäre allerdings ein zentraler Mittelfeldspieler, der Prager und Heikkinen entlasten kann.

Freitag, 16. Dezember 2011

Linktipp: Rapideum @ Bruckis Blog

Ein Hinweis für alle, die es noch nicht gesehen haben 

Brucki hat bereits das am 15. Dezember eröffnete Rapid-Museum in der Südtribüne des Gerhard Hanappi-Stadions besucht und - wie immer - einen äußerst interessanten Beitrag dazu abgeliefert. Lesenswert, unbedingt weiterempfehlen!

Bruckis Blog: Rapideum

Krankheiten im Fußball - der Fall Darren Fletcher

Ein Virus. Das war alles, was man im Frühjahr 2011 von der medizinischen Abteilung von Manchester United zu hören bekam, wenn es um Darren Fletcher ging. Der schottische Internationale war durch einen 'Virus' monatelang außer Gefecht gesetzt, genauere Angaben zu seinem Gesundheitszustand gab es allerdings nicht. In Fanforen wurde gerätselt, um welche Art von Virus es sich handeln könnte - teilweise rechnete man mit dem Schlimmsten, sprich: Aids. Dies bestätigte sich vorerst nicht; Fletcher kam am Ende der vergangenen Saison in den Kader von United zurück, verpasste aber zum dritten (und vielleicht letzten) Mal in seiner Karriere die Chance, in einem Champions League-Finale mitzuwirken. Im Frühjahr hatte er sehr viel von seinem früheren Körpergewicht verloren und wirkte dementsprechend körperlich angeschlagen - zudem war seine konditionelle Verfassung, bedingt durch den Gewichtsverlust und die Spielpause, angeschlagen.
In den vergangenen Wochen sah es wiederum danach aus, dass Fletcher zu seiner Bestform der Saison 2009/10 zurückkehren könnte. Graduell wurde sein Spiel besser, auch seine körperlichen Defizite arbeitete er langsam auf. Gerade in diese Phase der Konsolidierung wurde nun vom Klub folgendes Statement veröffentlicht:

Fletcher - Club statement

On behalf of Darren Fletcher, Manchester United wishes to announce that he is taking an extended break from football for health reasons.

Over the past year he has had several absence periods which we have attributed to a viral illness in order to respect his right to medical confidentiality. Darren has, in fact, been suffering from ulcerative colitis (a chronic inflammatory bowel condition) for some time preceding this.
Whilst he was able to maintain remission of symptoms for a considerable period this has proved more difficult recently and Darren’s continued desire to play and his loyalty to both his club and country has probably compromised the chances of optimising his own health and fitness.
He has therefore accepted medical advice to take an extended break from the demands of training and playing in order to afford the best chance possible of achieving full remission once again.
We request that his privacy is respected and hope that the removal of the additional stress associated with speculation regarding his health will also aid his recovery.


Der Krankheitsverlauf ist relativ ungewiss und unterschiedlich. Die meisten Patienten erholen sich davon und führen nach einer Operation ein 'normales' Leben, demnach ist es durchaus auch möglich, dass Fletcher in den Profifußball zurückkehren wird können. Fletcher hat über seinen Arbeitgeber Zugang zur bestmöglichen medizinischen Versorgung und wird alle Zeit der Welt bekommen, um wieder gesund zu werden. Zeitlich ist allerdings nicht abzusehen, ob und wann mit einer Rückkehr des Schotten zu rechnen ist, der in zehn Saisonen im Profikader bisher 302 Pflichtspiele absolviert und alles gewonnen hat, was man gewinnen kann.
Das Klub-Statement zu seiner Krankheit bzw. Auszeit ist ohne Zweifel (und richtigerweise) sehr vorsichtig formuliert. Nachdem in den letzten Monaten auch kaum Informationen über seinen mysteriösen 'Virus' an die Öffentlichkeit gelangten, ist davon auszugehen, dass sowohl Fletcher selbst als auch seine Familie und der Klub in diesem Fall keinerlei Druck haben bzw. machen wollen. Die Ausübung des Berufs wird in so einem Fall ohnehin unbedeutend - wichtig ist nur, dass der Schotte vollständig kuriert werden kann. Alles Gute, Darren!

Freitag, 9. Dezember 2011

FC Basel 2-1 Manchester United

In Anlehnung an meinen letzten Beitrag bleibt mir eigentlich nur ein 'Football - bloody hell!' zu sagen. Manche Dinge sind anscheinend wirklich in Stein gemeißelt. Bereits nach dem 1-0 mit dem ersten Torschuss der Basler sowie dem unglaublichen 'Fehlversuch' von Wayne Rooney, der aus fünf Metern das Kunststück zuwege gebracht hat, den Ball nicht ins Tor zu treffen, war mir irgendwie klar, dass das an diesem Abend nichts wird. Diese Meinung verfestigte sich dann eigentlich mit dem Lattentreffer von Steinhöfer ans eigene Gehäuse - an einem anderen Tag fliegt der Ball nicht an die Latte, sondern in die Kreuzecke. Bei allem Selbstmitleid und Verweis auf das teils unglaubliche lasche Verhalten vor dem gegnerischen Tor, das United auch schon gegen Basel und Benfica zu Hause gezeigt hat, darf man nicht vergessen, den Schweizern zu ihrem Erfolg zu gratulieren. Sie haben aus ihren Mitteln mehr als nur irgendwie möglich gemacht und sind daher verdient aufgestiegen.
Bei United ist nun Fehleranalyse angesagt - die Unerfahrenheit mehrerer Spieler (De Gea, Smalling) hat den Klub am Mittwoch das Spiel, jedoch insgesamt ganz sicher nicht den Aufstieg gekostet. Diesen hat man bereits in den Heimspielen 'verschissen', wie der Österreicher so schön zu sagen pflegt. Der wohl langfristig Ausfall von Kapitän Nemanja Vidic wird den englischen Meister noch umso härter treffen. Mit Vidic als Organisator hat man heuer in 10 Spielen nur drei Gegentore erhalten - ohne Vidic waren es in 13 Spielen derer 19.
Überhaupt sieht es an der Verletzungsfront derzeit für United nicht gut aus. Mit Vidic, Rafael, Fabio, Anderson, Cleverley, Berbatov, Owen und Hernandez sind gleich acht Akteure nicht einsetzbar, zudem hat in Basel auch noch der bisher einzige konstante Mittelfeldspieler Michael Carrick gefehlt, der nun am Wochenende beim Heimspiel gegen Wolverhampton wieder zur Verfügung stehen wird. Soweit lehne ich mich aus dem Fenster: An 1-0 Siege wie in den letzten Wochen (etwa auswärts bei Everton oder im Villa Park) wird nun eher selten zu denken sein. Die Angriffsreihe wird in Form kommen müssen, denn in der Viererkette werden sich zweifellos vermehrt Abstimmungsprobleme ergeben. 

Was die Europa League betrifft, so bleibe ich im Gegensatz zu vielen anderen United-Fans ganz klar dabei, dass ich diesen Bewerb auch gewinnen will. Vielleicht schafft es Sir Alex ja auch mal, diverse Spieler in ihren Stammpositionen agieren zu lassen und so ein kohärenteres Spiel zu ermöglichen. Wie eine B-Elf wirklich spielen kann, hat der FC Barcelona unter der Woche gegen Bate Borisow bewiesen - mit einer (erfolgreichen) Passquote von 92% wurden die Weißrussen mit 4-0 vom Platz gefegt. Was letztendlich nur eines zeigt: Es wird Zeit, einige der B-Akteure los zu werden und ihnen keine Spielzeit mehr geben, da ihr Entwicklungspotential ausgeschöpft bzw. nicht ausreichend vorhanden ist. Mehrere Spieler sollten jetzt auch Platz machen - namentlich Park Ji-Sung, Mame Diouf, Darron Gibson oder auch - der gute Mann braucht definitiv eine halbe Leihsaison - Federico Macheda. Jede Minute, die vor allem die drei Erstgenannten spielen, ist ein Hohn für wirklich talentierte junge Spieler, die darauf brennen, ihre Chance zu erhalten.

Mittwoch, 7. Dezember 2011

FC Basel vs. Manchester United

In Basel geht es heute für beide Mannschaften um den Aufstieg ins Achtelfinale der Champions League. Während es sich bei dieser Begegnung für Basel wohl um das Spiel des Jahres handelt, wird United versuchen, eine Blamage abzuwenden - zweifellos war man zu Beginn der Gruppenphase davon ausgegangen, dass die Engländer ohne Mühe durch diese Gruppe marschieren werden. Bruder Leichtsinn schlich sich dann aber bald ein: Im Heimspiel gegen die Schweizer lag man bereits früh 2-0 in Front, konnte dann aber nur mit Mühe ein 3-3 erreichen. Dazu verbaute man sich im Spiel gegen Benfica selbst die Möglichkeit, den Aufstieg frühzeitig zu fixieren und eine Reservetruppe nach Basel schicken zu können; statt die eigenen Chancen konsequent zu nützen, wurden dem Gegner zwei völlig vermeidbare Geschenke bereitet. Die Portugiesen bedankten sich artig und zogen ins Achtelfinale ein, während sich der englische Rekordmeister heute beim Primus der Schweizer Liga beweisen muss.

Personell gesehen muss United-Manager Sir Alex Ferguson auf einige Akteure verzichten. So fallen die Mittelfeldakteure Anderson, Cleverley und Carrick definitiv aus, auch Javier Hernandez und Dimitar Berbatov fehlen ebenso wie die Zwillinge Rafael/Fabio. Aus diesem Grund erwarte ich eine United-Mannschaft, die 'typisch europäisch' auftritt. Ruhig, abgeklärt, defensiv solide und auf Konter spielend. Sorgen darf man sich als United-Fan dennoch machen, da mit Michael Carrick der wohl wichtigste Mann für das 'europäische System' aufgrund einer völlig lächerlichen gelben Karte gegen Benfica gesperrt ist.
Und Basel? Es ist anzunehmen, dass die Schweizer von Minute 1 weg mit dem Publikum im Rücken ihre Chance suchen werden. Sollten sie diese nützen - Hut ab. Bei allem Respekt darf ein Ausscheiden des englischen Meisters jedoch ob des Qualitätsunterschieds kein Thema sein - ein normaler Spielverlauf vorausgesetzt. Sonst wird es im St. Jakobs Park ohne Zweifel heißen: 'Football - bloody hell!'

Mein Tipp: 3-1 für United.

Mittwoch, 30. November 2011

Nationale Cupbewerbe - Bedeutungslosigkeit und Talenteschau

Der Cup hat in Österreich leider nur einen sehr geringen Stellenwert. Die Vermarktung ist - formulieren wir es sehr vorsichtig - ausbaubar, die Vereine agieren des öfteren mit B-Teams, das Zuschauerinteresse hält sich in Grenzen. Das ist dahingehend unverständlich, weil zum einen ein 'einfach' zu erreichender Europacup-Startplatz am Spiel steht, zum anderen der Cup in vielen anderen Ländern einen enorm hohen Stellenwert hat.

Sogar der englische League Cup, der mitunter als 'Mickey Mouse Cup' verschrien ist, hat in den letzten Jahren an Popularität gewonnen. Selbst die Spitzenteams schicken zumindest gemischte Mannschaften auf den Platz und spätestens ab dem Viertelfinale wird der Bewerb richtig interessant, da zumeist 'große' Spiele an der Tagesordnung stehen. Während am gestrigen Abend etwa der Arsenal FC mit mehrheitlich Akteuren der zweiten Riege angetreten ist, konnte man die Superstars von Premier League-Leader Manchester City kaum an einer Hand abzählen. Mit Samir Nasri, Edin Dzeko, Aleksandr Kolarov, Pablo Zabaleta, Nigel de Jong und - nach Kolarovs verletzungsbedingtem Ausscheiden - Sergio Agüero standen lauter Akteure am Platz, die auch in der Meisterschaft mehrheitlich zum Stamm zählen. City hat zudem momentan ein Luxusproblem: Im enorm großen Kader ist kein einziger der Leistungsträger verletzt oder gesperrt, was - ein Blick zur Konkurrenz beweist dies - äußerst ungewöhnlich ist. Dennoch muss der Sieg am gestrigen Abend als sehr glücklich bezeichnet werden, da die jungen Arsenal-Profis rund um den sehr agilen Oxlade-Chamberlain nur vor dem Tor versagten, ansonsten aber eine sehr ansprechende Leistung boten.

Ähnliches erwarte ich für heute Abend auch beim Spiel zwischen Manchester United und Crystal Palace, wo alle United-Fans auf Auftritte von Paul Pogba und Ravel Morrison hoffen. Ein Weiterkommen von United in diesem Bewerb würde bedeuten, dass mit Liverpool, Manchester City und Manchester United drei Klubs aus dem Nordwesten um den zweiten Titel der Saison streiten - als vierter Klub hat sich bereits der walisische Zweitligist Cardiff City für die Runde der letzten 4 qualifiziert. Für Liverpool, das seit 2006 keinen Titel mehr gewinnen konnte, bietet sich somit im League Cup nun die Chance, dieser titellosen Zeit ein Ende zu bereiten. Möglich ist zum jetzigen Zeitpunkt auch eine Neuauflage des fast schon legendären League Cup-Halbfinales zwischen United und City im Januar 2010, das United mit einem Gesamtscore von 4-3 für sich entscheiden konnte.

Donnerstag, 24. November 2011

Der SK Rapid und das "neue" Stadion

Ein Fußballklub sollte in der Regel drei Säulen haben, auf dem seine Finanzkraft aufgebaut ist.

1.) Das so genannte 'matchday income', also alles, was an Spieltagen reinkommt - Kartenverkauf (dazu zählen auch Abos), Gastronomie, Umsatz im Fanshop, sonstige Aktionen etc. - da können wir jetzt definitiv VIEL MEHR rausholen in Zukunft, als das bisher der Fall war.
2.) Das TV-Geld/Prämien... da sind wir an den TV-Pool gebunden bzw. hängen die Einnahmen auch davon ab, ob wir uns für einen internationalen Wettbewerb qualifizieren.
3.) Sponsoren. Alles, was mit Sponsorenverträgen zu tun hat.


Im Idealfall - was bei uns aber aufgrund von gewissen Spezifika der Liga NICHT möglich ist, teilt sich das prozentuell gesehen halbwegs gleich auf...  und ist ein gutes Zeichen dafür, dass der Klub finanziell gesund wäre. Ein paar Indikatoren, wie dies zukünftig aussehen wird, haben wir ja (Achtung, wem Milchmädchenrechnungen nicht gefallen, der hört am besten hier zu lesen auf).


Zu Beginn ein paar grundlegende Annahmen, auf die ich meine Ausführungen stütze: Das Matchday Income werden wir ganz sicher steigern können. Ich gehe jetzt von einer Kapazität von 23.000 Plätzen aus und denke, dass das fair ist. Skyboxen werden es wohl so um die 15 werden - mit mehr ist wohl kaum zu rechnen, da - so denke ich - nicht jede Tribüne vollends umgebaut werden wird.

Ad 1.) Wir nehmen jetzt einfach an, dass der Durchschnittspreis für eine Karte seinen Plafond bei 35 EUR fürs erste erreicht hat - wobei natürlich Angebot und Nachfrage den Preis bestimmen (werden). Durch die höhere Kapazität und den höheren Komfort werden garantiert - das zeigen internationale Beispiele in aller Deutlichkeit - auch mehr Abos verkauft... da rechne ich mit ca. 13.000-14.000 - die jetzigen Abonnenten + eine nicht zu hoch angesetzte neue Zahl an Abonnenten, die durch das Stadion und das 'Drumherum' (neu, schick, toll) angezogen werden. Man darf nicht vergessen, dass mit 10.600 momentan eine Zahl erreicht ist, bei der jeder, der will, ein Abo bekommt. Es ist zwar schön kommuniziert und tituliert seitens des Vereins, dass man eine 'Abogrenze' erreicht hat, aber im Endeffekt ist das unter den momentanen Umständen (Stadiongröße, Nachfrage) die Sättigungsgrenze. Für die Skyboxen würde ich jetzt konservativ von einem Wert  von 60.000 EUR pro Saison ausgehen. Das macht summa summarum etwa 900.000 EUR zusätzlich, allerdings sind internationale Spiele dabei noch nicht eingerechnet. Mit dem Kartenverkauf nur aus der Liga bzw. in dem Fall nur dem Aboverkauf sind Brutto-Einnahmen von ca. 3 Mio. EUR drin, wenn man konservativ rechnet (rund 4.000 Abos auf den Hintertortribünen, 9.000 Längsseite / Faktor einmal 180 EUR, einmal 250 EUR)... die weiteren Einnahmen sind schwierig zu kalkulieren, weil es Greenie-Spiele gibt, Karten verschenkt werden o.Ä., aber ich denke, dass da ziemlich viel möglich sein wird - man bedenke nur etwa ein Spiel gegen die Austria bzw. Salzburg, wo man mit oben genannten Zahlen etwa 9.000 Plätze (Durchschnittspreis 20 EUR, und das ist enorm niedrig angesetzt) verkaufen wird (denn dass die tatsächlich verkauft werden, ist meiner Ansicht nach fix).
Man kann weiters davon ausgehen, dass hier bei 18 Heimspielen nochmal Bruttoeinnahmen von etwa zwei Millionen EUR möglich sind. Ohne Europacup - wo ja immer alle bezahlen müssen - sind da also locker 6-7 Millionen Bruttoeinnahmen nur mal aus dem Kartenverkauf möglich - da ist jedoch noch keine Gastronomie und kein Umsatz bei den Fanartikeln miteingerechnet. Dieser Umsatz ist in den vergangenen fünf Jahren kontinuierlich gestiegen. Ich hab jetzt in der Arbeit meine Aufzeichnungen nicht bei der Hand, erinnere mich aber düster, dass wir bereits die 3 Mio.-Umsatzgrenze gesprengt haben - bei einer Gewinnspange von etwa 25% ist das zwar (noch) nicht die Welt, aber auch da kann und wird weiter angesetzt werden, v.a. wenn der geplante Fanshop in der Stadt dazu kommt und man Europacupspiele zusätzlich hat. Ich würde es klasse finden, wenn man sich zur Optimierung der Abläufe in diesem Bereich bei internationalen Topvereinen umsieht. Was da an Geldmitteln rauszuholen ist, mag zwar dem ein oder anderen nicht gefallen (Stichwort Kommerz, man 'melkt die Kunden), wäre für den Verein aber definitiv günstig.
Kurz gesagt: Mit Europacup (im Hanappi wohlgemerkt, im Happel ists logischerweise nochmal mehr) sind wohl so 10 Millionen EUR (aufwärts) Bruttoeinnahmen in diesem Bereich möglich, wobei ganz klar zu sagen ist, dass wir davon noch a.) was an die Stadt abliefern müssen und b.) logischerweise Steuern fällig werden usw.

Ad 2.) Zum nationalen TV-Geld kann ich nichts sagen, da bräuchten wir wohl einen Experten wie den ASB-User Ook_PS. Zu den Prämien: Diese sind im Europacup bekanntermaßen äußerst lukrativ. So bekommt man für den Einzug in die Gruppenphase der Europa League eine Million EUR, für einen Sieg 140.000 EUR und für ein Unentschieden immerhin noch die Hälfte. In der Champions League ist nochmal um einiges mehr an Geld zu machen, aber gut, daran muss und soll man sich nicht orientieren. In diesem Bereich ist für einen Klub wie Rapid unter dem Strich sicherlich wesentlich weniger Geld zu machen als in Bereich 1, weil man mit manchen Faktoren auch nicht fix kalkulieren kann (Prämien, sehr wohl jedoch nationales TV-Geld).

Ad 3.) Vielleicht kann uns ja noch einer der ASB-Insider stecken, was Rapid momentan in dem Bereich an Geld einnehmen kann. Es ist kein Geheimnis, dass Wien Energie zumindest drei Millionen EUR pro Jahr bezahlt und noch der ein oder andere Sponsor im siebenstelligen Bereich sponsert. Mit einem "neuen" Stadion hat man gänzlich neue Vermarktungschancen (Stadionname - wer glaubt, dass der nun, wo wir die Möglichkeit haben, ihn selbst weiterzugeben, mittelfristig gesehen bleibt, ist meiner Meinung nach leider fern der Realität - für eine siebenstellige Summe pro Jahr darf man da gar nicht lange nachdenken), kann neue Sponsoren anlocken. Bei einem zuletzt vom KSV veröffentlichten Umsatz von bereits jetzt über 30 Millionen EUR für das letzte (Spiel-)Jahr (wobei da die Europa League mit drei Heimspielen im Happel-Stadion und enorm hohen Personalkosten von 13 Millionen EUR mitgespielt haben) ist davon auszugehen, dass man in diesem Bereich wohl locker zweistellig (Millionen) werden kann - wenn man es nicht ohnehin bereits ist.


Unter dem Strich wird es für Rapid möglich sein, ein Budget von etwa 30 Mio. EUR bei guter Umsetzung des nun gestarteten Stadionprojektes auf die Reihe zu bekommen. Ohne jetzt genaue Details zu kennen vermute ich, dass in diesem dann aber wohl auch die Rückzahlungen für das Stadion beinhaltet sein werden, auch wenn dies finanziell gesehen laut Edlinger getrennt gehandhabt werden soll. Technisch gesehen mag er dabei Recht haben, in der Realität wird der Kredit, den wir fürs Stadion aufnehmen werden, den Verein aber sehr wohl 'belasten'. Das Wort Belastung soll dabei aber nicht heißen, dass der sportliche Bereich eingeschränkt(er als jetzt) sein wird - wir werden schließlich auch weit mehr Geld zur Verfügung haben. Das Ziel muss es dann sein, sich (gewiss auf niedrigerem Niveau, aber doch) an Arsenal zu orientieren: Das Stadion bzw. den Umbau abzuzahlen und trotzdem konkurrenzfähig zu bleiben. Sportlicher Erfolg ist für die Umsetzung unabdingbar und würde uns extrem helfen, die finanzielle Belastung zu stemmen. Man denke nur dran, dass nur der Einzug in eine Champions League-Gruppenphase heutzutage bereits 7,1 Millionen EUR garantiert und jeder weitere Punkt mit 400.000 EUR versüßt wird. Das ist kein Geld, mit dem man kalkulieren kann - aber eines, das man in jedem Fall gerne mitnehmen würde, wenn sich die Möglichkeit dazu ergibt.

Mittwoch, 23. November 2011

Premier League Review: Spieltag 12

Ab sofort schreib ich nach jedem Spieltag der Premier League eine Zusammenfassung für abseits.at -> die von dieser Woche gibts nachfolgend ;-)

Die 12. Runde der englischen Premier League hat im Schlager Chelsea FC vs. Liverpool FC eine Überraschung gebracht: Der Titelmitfavorit aus London musste sich an der heimischen Stamford Bridge dem Klub von der Merseyside geschlagen geben. Glen Johnson erzielte in Minute 87 nach einem weiten Pass aus dem Mittelfeld das Siegestor für die Mannschaft von Manager Kenny Dalglish, der damit in seiner gesamten Manager-Karriere weiterhin noch nie gegen den Klub von der Stamford Bridge verloren hat. Ansonsten blieb das Wochenende weitgehend ‘überraschungsfrei’ und wurde gestern Abend vom Spiel der Tottenham Hotspurs, die zuhause den Aston Villa FC 2-0 bezwingen konnten, abgeschlossen.


Norwich City FC 1-2 Arsenal FC
Morison (16.); Van Persie (26., 59.)

Der Arsenal FC konnte an der Carrow Road bei Aufsteiger Norwich einen relativ souveränen Sieg einfahren, auch wenn das Ergebnis am Papier knapp ausfiel. Die Canaries waren von Beginn weg unter Druck, gingen aber unter gehöriger Mithilfe des deutschen Internationalen Per Mertesacker in Führung. Die überlegenen Gunners ließen sich davon allerdings nicht aus der Ruhe bringen. Zwar tat sich vor allem Gervinho im Vergeben von exzellenten Tormöglichkeiten hervor, wie immer im Kalenderjahr 2011 konnte sich Arsenal jedoch auf den Niederländer Robin Van Persie verlassen: Beim Ausgleich verwertete er eine tolle Vorlage von Theo Walcott, das 2-1 erzielte er per herrlichem Heber nach schönem Pass von Alexandre Song mit seinem schwachen rechten Fuß. Mit etwas mehr Effizienz wäre für die Gunners auch ein höherer Sieg möglich gewesen.

Everton FC 2-1 Wolverhampton FC
Jagielka (44.), Baines (82., Elfmeter); Hunt (37., Elfmeter)

Beide Teams hatten ob der Tabellenkonstellation einen Sieg bitter nötig. Everton agierte mit mehr Engagement und Zug nach vorne, während die Wolves sich vorerst auf Torhüter Hennessey verlassen konnten, der v.a. gegen Saha mehrmals gut parierte. Die von Stephen Hunt per verwandeltem Foulelfmeter erzielte Führung konnte Kapitän Phil Jagielka noch vor der Pause per Kopf nach einem Freistoß egalisieren; In Halbzeit 2 drängte Everton auf den Sieg und wurde spät – Saha wurde nach einer Ecke gestoßen – mit einem Elfmetertor durch Leighton Baines belohnt. Drei wichtige Punkte für den Liverpooler Klub, die David Moyes im Abstiegskampf etwas Luft verschaffen.

Manchester City FC 3-1 Newcastle United FC
Balotelli (41. Elfmeter), Richards (44.), Agüero (72. Elfmeter); Gosling (89.)

Wenngleich das Ergebnis nach einer klaren Sache für die Citizens aussieht, so darf durchaus angemerkt werden, dass Newcastle in Halbzeit 2 ordentlich mitgespielt hat. Der Tabellenführer zeigte sich einmal mehr effizienter und abgebrühter als der Gegner, konnte wenn notwendig ohne Probleme 1-2 Gänge hochschalten und wurde zudem für seine Nachlässigkeiten nicht bestraft. Newcastle vergab einige Topchancen (u.a. traf Ben Arfa nach einem sehenswerten Solo nur die linke Innenstange) und darf sich beim Unglücksraben Ryan Taylor ‘bedanken’, der den ersten Elfmeter per Handspiel verschuldete und nur drei Minuten später als letzter Mann City-Rechtsverteidiger Micah Richards den Ball förmlich ‘servierte’. In dieser Form – und mit dem Wissen, auch Spiele zu gewinnen, in denen man nicht brilliert – wird City am Weg zum ersten Titel seit 1968 nur schwer zu stoppen sein.

Stoke City FC 2-3 Queens Park Rangers FC
Walters (8.), Shawcross (64.); Helguson (22., 54.), Young (44.)

Ein äußerst unterhaltsames Spiel bekamen die 27,618 Besucher im Britannia Stadium zu sehen, wo die Gastgeber bereits nach wenigen Minuten in Führung gingen: Der irische Internationale Jonathan Walters konnte den Ball nach einem schönen Lochpass von Peter Crouch trocken in der linken unteren Ecke versenken. Danach spielte allerdings nur mehr der Aufsteiger aus London: Mit zwei herrlich herausgespielten Toren – wobei besonders der Treffer von Young sehenswert war – wurde die Partie gedreht, nach der Pause setzte Helguson mit seinem fünften Saisontor nach einem Eckball sogar noch nach. Stoke-Kapitän Ryan Shawcross betrieb nur noch Ergebniskosmetik. Fazit: Bei Stoke macht sich das – bisher exzellent verlaufende – europäische Abenteuer in der Liga definitiv bemerkbar. Der QPRFC ist mit diesem Sieg vorerst gar auf Rang 9 geklettert.

Sunderland AFC 0-0 Fulham FC

Ein 0-0 der besseren Sorte war das Spiel zwischen Sunderland und dem Fulham FC. Beide Teams hatten genügend Chancen, um die Partie für sich zu entscheiden, brachten den Ball aber – teilweise aufgrund von herausragenden Paraden beider Torhüter – nicht im Gehäuse des Gegners unter. Für Sunderland-Manager Steve Bruce wird die Luft langsam dünn, denn die Ambitionen der Black Cats waren zu Saisonstart wesentlich höher, als der nunmehrige Tabellenstand sowie nur 11 Punkte aus 12 Spielen aussagen.

Wigan Athletic FC 3-3 Blackburn Rovers FC
Gomez (7.), Caldwell (31.), Crusat (88.); Yakubu (2., 98, Elfmeter), Hoilett (59.)

Die Zuschauer im DW Stadium bekamen für ihr Eintrittsgeld Einiges zu sehen. Die Blackburn Rovers, bei denen Manager Steve Kean trotz der gegenwärtig sportlich katastrophalen Lage erneut der Rücken gestärkt wurde, gingen schon nach zwei Minuten nach einem horrenden Fehler der gesamten Wigan-Viererkette in Führung. Überhaupt kann das Spiel als ‘Festival der Aussetzer’ bezeichnet werden, denn während sich Blackburn-Schlusssmann Paul Robinson bei allen drei Gegentoren zumindest unglücklich zeigte, hatte auch Schiedsrichter Andre Marinner einen rabenschwarzen Tag: Kurioserweise gaben er und sein Team den Treffer zum 2-2 Ausgleich durch Hoilett, obwohl der Norweger Morten Gamst Pedersen bei einem Eckball von der Cornerfahne mit dem Ball in den Strafraum zog, wenngleich niemand zuvor den Ball zu ihm gespielt bzw. berührt hatte. Die kurioseste Szene des Spiels sahen die Besucher allerdings in Minute 8 einer außergewöhnlich langen Nachspielzeit: Rovers-Keeper Robinson kam beim finalen Eckball mit in den gegnerischen Strafraum und wurde vom Schuh (!) eines Verteidigers im Gesicht getroffen. Die Folge: Elfmeter für Blackburn, den Yakubu eiskalt und trocken zum Ausgleich verwandelte. Es bleibt abzuwarten, ob dieses Spiel gerade für Marinner noch Folgen haben wird und er die eine oder andere Woche in der Championship ‘absitzen’ muss.

West Bromwich Albion FC 2-1 Bolton Wanderers FC
Thomas (16.), Long (56.); Klasnic (21., Elfmeter)

WBA ging bereits früh durch den sehr agilen Jerome Thomas, der einen Lochpass von Zoltan Gera gut mitnahm und in weiterer Folge verwertete, in Führung. Am anderen Ende des Feldes verschuldete selbiger Thomas jedoch nur fünf Minuten später einen Foulelfmeter, den der Hamburger Ivan Klasnic platziert in die linke untere Ecke schoß und so Ben Foster, der in der richtigen Ecke war, keine Abwehrgelegenheit ließ. Bis zur Pause hätten die Wanderers durchaus auch in Front liegen können, während nach dem Seitenwechsel die Baggies den Ton angaben und durch den irischen Nationalstürmer Shane Long per Kopf verdient zum Erfolg kamen. Bolton hatte am Ende in der ein oder anderen Situation Glück, nicht noch ein drittes Gegentor zu erhalten. Während WBA im Mittelfeld der Tabelle angekommen ist, wird es für Owen Coyle langsam düster; Trotz teilweise nett anzusehendem (Pass-)Spiel steht der Ertrag in keinem passenden Verhältnis zum Aufwand. Sollte sich dies nicht rasch ändern, ist Bolton im Sommer 2012 ein Topkandidat für den Gang in die Championship.

Swansea City FC 0-1 Manchester United FC
Hernandez (11.)

Meister Manchester United, erster Verfolger von Stadtrivale Manchester City, konnte in Wales einen 1-0 Auswärtssieg bei den heimstarken Swans einfahren. Swansea, das seit Februar zuhause (abgesehen von einem einzigen Eigentor) kein Gegentor mehr zugelassen hatte, hatte in Person von Scott Sinclair den Ausgleich auf dem Fuß, doch der ehemalige Chelsea-Akteur brachte das Kunststück zuwege, aus rund acht Metern Entfernung völlig freistehend das leere Tor (bzw. den Ball) nicht zu treffen. Abgesehen von einem Stangenschuss von United-Rechtsverteidiger Phil Jones in Minute 90 und einigen Halbchancen auf beiden Seiten verlief die Begegnung nach dem Tor von Javier Hernandez, der von einem Abwehrfehler der Swans und schönem Zuspiel von Ryan Giggs profitierte, ereignislos. United konnte nun bewerbsübergreifend seit der historischen 1-6 Niederlage gegen City auf heimischem Gras fünf Spiele in Folge ohne Gegentor gewinnen und bleibt City auf den Fersen.

Chelsea FC 1-2 Liverpool FC
Sturridge (44.); Maxi Rodriguez (34.), Johnson (87.)

Der Liverpool FC konnte zum zweiten Mal in Folge in der Meisterschaft drei Punkte an der Stamford Bridge einfahren. Während der Sieg im Gegensatz zum 1-0 Erfolg im Frühjahr (damals traf der nun für Chelsea tätige Portugiese Raul Meireles noch für Liverpool) sicherlich nicht gänzlich verdient war, so war er dennoch wieder einmal Ausdruck der Stärke der Reds in Spielen gegen die ‘großen’ Teams der Liga. Maxi Rodriguez brachte den Klub von der Anfield Road nach einem vermeidbaren Fehler von CFC-Torhüter Petr Cech, der den bereits bedrängten Jon Obi Mikel ohne Not anspielte, in Front – die gute Vorarbeit dazu hatte Neuzugang Craig Bellamy geleistet. Englands neue Teamhoffnung Daniel Sturridge konnte in Minute 55 ausgleichen, als er einen abgerissenen Schuss von Florent Malouda aus kurzer Distanz verwertete. Letztendlich war es dennoch Liverpool vorbehalten, den Schlusspunkt zu setzen: Glen Johnson verwertete an seinem alten Arbeitsplatz nach einem sehenswerten Sololauf aus zehn Metern trocken in die linke untere Torecke, Cech blieb in diesem Fall ohne jede Abwehrchance.

Tottenham Hotspurs FC 2-0 Aston Villa FC
Adebayor (14., 40.)

Tottenham konnte sich im Monday Night Game ohne größere Probleme gegen die von Alex McLeish trainierten Villains aus Birmingham durchsetzen. Die Spurs gestalteten das gesamte Spiel derart überlegen, dass Villa lediglich zu einem einzigen echten Torabschluss durch den ehemaligen Tottenham-Akteur Darren Bent kam. Während das angedachte 4-3-3 System von McLeish wirkungslos blieb und Tottenham im Mittelfeld völlig die Kontrolle überlassen wurde, zogen die Spurs nach Belieben das Tempo an und kamen zu zwei ‘einfachen’ Toren: Beim 1-0 konnte Adebayor per Fallrückzieher völlig frei aus etwa sechs Metern einschießen, während sich Collins und Torhüter Shay Given beim zweiten Gegentreffer ohne Not behinderten und Adebayor keine Mühe hatte, den Ball über die Linie zu schieben. Die zweite Halbzeit war von totaler Spielkontrolle der Heimmannschaft geprägt, das Offensivspiel von Villa fand hingegen praktisch nicht mehr statt. Tottenham klettert mit diesem Sieg bei einem Spiel weniger als die Konkurrenz auf Platz 3 und hat nach 9 Spielen in Folge ohne Niederlage nun die Möglichkeit, mit einem Sieg im Nachtragsspiel gegen Everton bis auf einen Punkt an Meister Manchester United heranzukommen.


 
Fazit des Spieltages

An der Spitze hat sich kaum etwas getan. Leader City sowie die Verfolger United, Tottenham und Arsenal machten sich kaum die Finger schmutzig, während Liverpool einmal mehr in einem ‘big game’ aufzeigen konnte. Die Probleme an der Stamford Brigde könnten sich demnächst noch verschärfen, sollte City das demnächst anstehende Duell mit dem CFC für sich entscheiden können.

Am anderen Ende der Tabelle konnte sich kein Team entscheidend in Szene setzen. Blackburn dürfte der Auswärtspunkt beim direkten Abstiegskonkurrenten in Wigan Auftrieb geben, gleichzeitig blieb Bolton trotz teilweise guter Möglichkeiten in West Brom erneut unter seinen Möglichkeiten. Interessant wird, ob demnächst eine Trainerentlassung ansteht: Rovers-Coach Steve Kean wurde schon x-Mal angezählt, mittlerweile verdunkeln sich allerdings auch die Wolken über dem Stadium of Light, wo Steve Bruce in den kommenden Wochen dringend eines braucht: Siege.

Tor des Spieltages

Luke Youngs Treffer zum 1-2 gegen Stoke im Britannia Stadium; ein sehenswertes Tor, dem eine schöne Kombination vorausgegangen ist.

Montag, 21. November 2011

Fussballwochenende KW 46

Das vergangene Wochenende war für mich relativ 'fussballreich' - so wie eigentlich fast jedes ;-)
Am Samstag stand hauptsächlich Premier League auf dem Programm. Arsenal war um 13:45 bei Norwich City zu Gast und konnte mit einer offensiv sehr feinen Leistung die drei Punkte verdient nach Nordlondon mitnehmen. Nach dem frühen Rückstand durch Morison, der einen katastrophalen Fehler vom deutschen Internationalen Per Mertesacker ausnutzen konnte, glich Robin Van Persie noch vor der Pause aus und besorgte mit einem feinen Heber mit seinem schwachen rechten Fuß nach der Pause auch noch das 2-1 - das 31. Tor von Van Persie in den vergangenen 29 Partien. Der Niederländer ist gemeinsam mit Manchester Citys David Silva derzeit der mit Abstand beste Spieler der Premier League. Der Erfolg der Gunners hätte noch weitaus höher ausfallen können, wenn der bisweilen sehr gut agierende Gervinho sein Ziel besser eingestellt hätte.


Um 16 Uhr erfolgte der Ankick zwischen Tabellenführer Manchester City und dem Überraschungsteam aus dem Nordosten Englands, Newcastle United. City begann druckvoll und schnürte die Magpies, die kaum Ambitionen im Spiel nach vorne zeigten, ein. Die beste Chance vor dem 1-0 durch Mario Balotelli - der wieder einmal mit einer herrlichen Einlage auf sich aufmerksam machte, nachdem er den Elfer verwertet hatte - vergab trotzdem Demba Ba, der den Ball aus etwa 12 Metern nicht im Gehäuse von Joe Hart unterbringen konnte. MotM für City war letztendlich Newcastle-Mittelfeldakteur Ryan Taylor, der auf stümperhafte Weise einen Handelfmeter verschuldete und danach noch als letzter Mann den Ball vertändelte, und City so eine 2-0 Pausenführung ermöglichte. Nach der Pause schalteten die Citizens drei Gänge zurück und Newcastle kam zu einigen sehr guten Chancen, die wiederum teils kläglich, teils unglücklich (der wiedergenesene Ben Arfa traf nur die linke Stange) vergeben wurden. So war es Agüero vorbehalten, erneut aus einem glasklaren Foulelfmeter das 3-0 zu markieren. Newcastle konnte in der Nachspielzeit in Person von Dan Gosling nur noch verkürzen.


Verfolger Manchester United tat sich im walisischen Swansea trotz früher Führung durch Javier Hernandez lange Zeit schwer. Zwar kontrollierten die Red Devils das Spiel mit Leichtigkeit, waren aber einmal in Halbzeit 1 vom Glück 'verfolgt', als Sinclair das Kunststück zustande brachte, aus sieben Metern Entfernung völlig freistehend das leere Tor nicht zu treffen. Ansonsten passierte bis zur 90. Minute, in der Rechtsverteidiger Phil Jones nach einer Energieleistung die Stange traf, nicht mehr viel - ein solider und auf einer sicheren Verteidigung aufgebauter Auswärtssieg des Meisters, der nunmehr bereits 14 Auswärtspunkte in 6 Spielen holen konnte - in der gesamten vergangenen Saison waren es nur 25.


Das Nachtspiel in der Primera Division war diesmal der Schlager Valencia CF vs. Real Madrid. Die Madrilenen spielten eine hervorragende erste Halbzeit und gingen durch ein Klassetor von Karim Benzema, der einen Pass von Xabi Alonso volley trocken ins lange Eck abschloß, in Führung. In Halbzeit 2 überschlugen sich die Ereignisse und die Partie endete 3-2 - wenngleich der Argentinier Gonzalo Higuain bei eben diesem Spielstand in der Nachspielzeit möglicherweise mit der Hand vor der Linie gerettet hat. Entscheidet selbst, für mich schaut das eher nach Brust aus...


Am gestrigen Sonntag ging ich das Ganze dann doch eher gemütlicher an. In der Premier League war nur die Begegnung Chelsea vs. Liverpool angesetzt, wovon ich nach dem Stadionbesuch in Hütteldorf - Rapid vs. Salzburg - nur die Highlights gesehen habe. Das Spiel der österreichischen Bundesliga war eine klare Sache für den Rekordmeister, der Salzburg 90 Minuten lange dominieren konnte, wunderschöne Tore erzielte und lediglich deshalb nicht höher gewann, weil der eigene Tormann keinen allzu guten Tag erwischte, um es mal diplomatisch zu formulieren. In dieser Form ist der SK Rapid definitiv ein Kandidat für die vordersten Plätze der Bundesliga und wird im Kampf um die Europacupplätze für 2012/13 ein sehr gewichtiges Wort mitreden. Untenstehend noch die Highlights zu den beiden Partien, wobei vor allem das erste Tor von Rapid-Stürmer Guido Burgstaller hervorzuheben ist, da diesem ein herrlicher Freistoßtrick vorangegangen ist.


SK Rapid 4-2 Red Bull Salzburg